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Schloss Wickrath – Pferdezentrum mit Vergangenheit und Zukunft

Lage
Schloss Wickrath befindet sich im Südosten des Mönchengladbacher Stadtteils Wickrath, dessen Zentrum westlich an das Schlossgelände anschließt. Geschäfte und öffentliche Einrichtungen, wie das Rathaus, Schulen, Kindergärten oder die Volkshochschule befinden sich in unmittelbarer Umgebung. 

Der Bahnhof Wickrath an der Schienenstrecke Aachen-Mönchengladbach-Duisburg liegt nur knapp einen Kilometer entfernt, drei Buslinien führen direkt am Schlossgelände vorbei. Außergewöhnliche Qualitäten besitzt der Standort durch seine Lage innerhalb des bedeutenden Niersgrünzuges. Das Schloss liegt inmitten eines weitläufig angelegten Parks.

Geschichte und Architektur
Bereits im 9. und 10. Jahrhundert hat eine großflächige Neulandgewinnung im sumpfigen Niersgebiet stattgefunden. Die früheste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens Wickrath stammt aus dem Jahr 1104/05. In der zu dieser Zeit verfassten Lebensgeschichte des Kölner Erzbischofs Anno II wird ein Graf Gerlach als Besitzer der Burg Wichinrod genannt, die vermutlich auf dem Standort des später errichteten Schlosses stand. Es handelte sich um eine von Gräben umgebene Wasserburg. Die Burg wurde im 18. Jahrhundert jedoch vollständig abgerissen. Stattdessen wurde von den Brüdern Soiron zwischen 1746 und 1772 auf neuen Fundamenten ein Barockschloss mit ausgedehnter Vorburg und begleitenden Pavillons errichtet sowie ein großzügiger Garten nach französischem Vorbild angelegt. Die Niers wurde in diesem Zusammenhang umgeleitet.

Von der ursprünglichen Schlossanlage existieren heute nur noch die beiden Vorburgen mit den begleiteten Pavillons. Das Hauptgebäude wurde 1859 wegen starker Baufälligkeit abgerissen. Anstelle des alten Schlossgebäudes entstand dort das sogenannte Landstallmeiserhaus, ein Wohnhaus für den damaligen Gestütsdirektor.

Originalaufnahme des 1859 abgerissenen Schlossgebäudes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Sommer 1883 brannte der Ostflügel der Vorburg bis auf die Außenmauern nieder. Beim Wiederaufbau in den Jahren 1883/84 wurden durch den preußischen Staat sowohl Grund- als auch Aufrissänderungen vorgenommen.

Aufgrund starker Bauschäden wurde ab 1995 der westliche Vorburgflügel des Schlosses Wickrath saniert. Die Sanierung umfasste aufgrund von Feuchteschäden eine statisch-konstruktive Sicherung der Pfeilerfundamente durch Einbau einer armierten Bodenplatte und einer horizontalen Mauerwerksisolierung zur Vermeidung des kapillaren Feuchtikeitsaufstiegs in den Aussenwänden. Der Nassauer Stall wurde zu einem Veranstaltungssaal umgebaut und damit einer denkmalverträglichen Nutzung zugeführt. In den übrigen Räumen und im Nordstall entstanden 25 öffentlich geförderte Wohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Demnächst stehen auch in der östlichen Vorburg umfangreiche Sanierungsarbeiten an.


Schloss Wickrath ist inmitten der Niersniederung auf zwei künstlichen, durch Anschüttung entstandene Inseln angelegt. Die ursprünglich barocke Schlossanlage ist geprägt durch eine großzügige Gartenarchitektur und weite Wasserflächen. Die westliche und östliche Vorburg sind gegenüberliegend um ein Rondell angeordnet und in ihrer Erscheinung fast symmetrisch. Sie bestehen aus einem Haupttrakt mit großem Mittelbau und zwei Seitenflügeln. Auf der Schauseite der Mittelbauten, deren Mansardwalmdach ein achtseitiges Türmchen mit Zwiebelhaube ziert, befinden sich im Dachbereich große Reliefs aus Kalkstein mit figürlichen Darstellungen.

Schloss Wickrath aus der Vogelperspektive - deutlich zu sehen sind die
östliche und westliche Vorburg, das Landstallmeisterhaus und der groß angelegte Schlossgarten. 


   

Die zentrale Achse des Parks setzt sich ausgehend vom ehemaligen Tiergarten südlich des Herrenhauses in der während des 18. Jahrhunderts angelegten und bis in den Wickrather Busch reichenden Trompeterallee fort. Eine Brücke verbindet die Vorburg-Insel mit der Schloss-Insel, auf der anstelle des 1859 abgerissenen Schlosses ein Herrenhaus, das sogenannte Landstallmeisterhaus, für den damaligen Gestütsdirektor errichtet wurde. Eingebettet ist Schloss Wickrath in eine fünfeckige, kronenförmige Parkanlage, die eine der eigentümlichsten Gartenschöpfungen des Rheinlandes darstellt. Wesentliche Gestaltungselemente sind neben der mittelalterlich tradierten und städtebaulichen Differenzierung in Vor- und Hauptburginsel die Teiche, der Flutgraben an der südlichen Parkspitze, der als Karotte bezeichnete, während des 18. Jahrhunderts umgestaltete Lauf der ehemaligen Niers, der die Vorburggebäude von der Hauptinsel trennt und die sogenannte neue Niers an der west- und Nordseite des Parks. Der Schlossgarten und die flankierenden Teiche werden von einer durch Gräben und Wälle geformten Krone abgeschlossen. Die Anlage mit Garten und Park werden aus einem natürlichen Gewässersystem gespeist. Darüber hinaus wurde ein künstliches Gewässersystem zur Verteidigung bzw. zur Zierde geschaffen. Der Nassauer Stall, als gräflicher Marstall mit zentraler Stallgasse und flankierenden Pferdeständen errichtet, ist heute das letzte authentische Beispiel dieses Bautyps.

(Quelle: www.Wickrath-online.de
aus Workshop "Ostflügel Schloss Wickrath" vom 4. Mai 2000, Herausgeber Stadt Mönchengladbach)


  

 

Im Lageplan des Schloss Wickrath ist die einzigartige fünfeckige Kronenform der umliegenden Parkanlagen gut zu erkennen.
 

 
 
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